Reizdarmsyndrom2019-02-06T09:40:14+00:00

Funktionelle gastrointestinale Störung

Darm Praxis Salzburg

Reizmagen, Reizdarm

Etwa 20% aller Österreicher (Frauen häufiger als Männer) sind von einer funktionellen gastrointestinalen Störung, also Reizmagen und/oder Reizdarm betroffen.

Häufig werden PatientInnen mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen und wandern von einer Stelle zur nächsten. Aber Reizdarm-Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen und Stuhlprobleme sind existent und mindern die Lebensqualität.

Das Reizdarmsyndrom (RDS) kann den gesamten Verdauungsvorgang betreffen, also von der Speiseröhre über den Magen, Dünndarm bis in den Dickdarm und dessen Entleerung.

Einschränkungen der Lebensqualtität durch das Reizdarmsyndrom können zu depressiven Verstimmungen führen und Angst erzeugen und dadurch zu einer Verstärkung von Symptomen führen.

Im Rahmen der Abklärung müssen andere Ursachen der Beschwerden ausgeschlossen werden:

  • z.B. durch einen H2-Atemtest Nahrungsmittelintoleranzen wie eine Fructoseintoleranz und Laktoseintoleranz
  • Morbus Crohn, sowie Colitis ulcerosa
  • andere Entzündungen oder Erkrankungen im Bereich der Verdauungstraktes wie vor allem auch Darmkrebs

Erst wenn keine andere Ursache vorliegt, wird die Darmerkrankung Reizdarmsyndrom (RDS) diagnostiziert.

Die Ursachen des Reizdarmsyndroms sind noch nicht endgültig geklärt. Eine große Rolle spielt die Kommunikation zwischen Bauch und Gehirn, bei RDS finden sich z.B. im Vergleich mehr Nervenendigungen im Darm und veränderte „Filter“ vor dem Bewusstsein sind durchlässiger für Signale aus dem Bauch. Bei PatientInnen mit Reizdarm findet sich eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora u.v.m.

Reizdarmsyndrom ist also NICHTS, was man sich nur EINBILDET! Die gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber z.B. Dehnungsreizen im Verdauungstrakt kann gemessen und damit objektiviert werden.

  • Magenschmerzen, Aufstoßen, Völlegefühl
  • Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe
  • Rumoren, Blähungen
  • Stuhldrang
  • Völlegefühl
  • Unvollständige Stuhlentleerung
  • Verstopfung
  • Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfällen

Das spricht gegen ein Reizdarm (ALARMSYMPTOME die einer sofortigen ärztlichen Abklärung bedürfen):

  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Blut im Stuhl, Blutarmut
  • fettiger Stuhl, Änderung der Stuhlgewohnheiten
Dem Gastroenterologen stehen neben dem Abtasten des Bauches und dem Abhören von Darmgeräuschen mit dem Stethoskop verschiedene Untersuchungen zu Verfügung. Mit einem Wasserstoffatemtest können Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie eine Laktose- oder Fructoseintoleranz ausgeschlossen werden.

Weitere Untersuchungen:

  • Darmspiegelung (mit Gewebebiopsie)
  • Blutuntersuchungen
  • Stuhluntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Enddarmuntersuchung
  • Röntgenuntersuchung (mit Kontrastmittel)
  • Computertomographie (bei anhaltenden Oberbauchschmerzen)
Sind vielfältig und umfassen Lebensstiländerungen, Entspannungstechniken, Ernährungstipps bis hin zu medikamentösen Maßnahmen.

Psychotherapie: Entspannungstherapie und Stressmanagement, ev. vorübergehend auch psychopharmakologische Unterstützung hilfreich (ist im Einzelfall mit dem Patienten zu entscheiden).

Diätetische Maßnahmen: Faserreiche Kost, Flohsamen, Weglassen unverträglicher Nahrungsbestandteile (Ernährungsberatung!).

Bei leichten Abdominalbeschwerden ev. milde Wärmeanwendungen, bei Blähungen/Völlegefühl Fencheltee mit Zusatz von Kümmel, Anis, Pfefferminz, bei Obstipation ballaststoffreiche Kost und reichlich trinken, ev. temporär milde Laxantien – ev. verschreibt der Gastroenterologe bei Schmerzen kurzfristig Spasmolytika. Probiotika können ebenfalls hilfreich sein.
Das Reizdarmsyndrom ist eine der häufigsten Störungen im Bereich des Verdauungstraktes. Betroffen haben oft einen langen Leidensweg hinter sich und sehen sich einer deutlich eingeschränkten Lebensqualität gegenüber.

Wichtig ist die genaue ärztliche Abklärung die eine Einschätzung der Symptome und Einleitung geeigneter Therapiemaßnahmen ermöglicht. In Zusammenarbeit mit dem mit einem multiprofessionellen Team wird versucht, bestmögliche Symptomlinderung und Akzeptanz zu erreichen.