Darmkrebs gemeinsam verhindern!

Darm Praxis Salzburg

Ich freue mich, Inhaber des Qualitätszertifikats Darmkrebsvorsorge der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie zu sein und die Untersuchung diesem Anspruch entsprechend anzubieten.

Adenom Entdeckungsrate (ADR)

Adenome sind gutartige Vorläuferläsionen, aus denen sich über Jahre Darmkrebs entwickeln kann. Die Adenom-Entdeckungsrate (ADR) bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, mit der Adenome bei einer Darmspiegelung entdeckt werden. Sie hängt natürlich von der Qualität der Vorbereitung ab, vor allem aber auch von der Erfahrung des Untersuchers und stellt ein inzwischen allgemein akzeptiertes Qualitätskriterium für einen Endoskopiker dar.  Die Adenom Entdeckungsrate wird im Rahmen des Zertifikates von der der österreichischen Fachgesellschaft für Österreich sowie für den einzelnen Endoskopiker errechnet und zur Verfügung gestellt.

Meine persönliche ADR liegt 2015 bei 34,1% (im Vergleich: Durchschnitt Österreich gesamt 24,3%). Geschlechtsspezifisch aufgearbeitet 29,7% für Frauen (Durchschnitt Österreich: 17,8%) und 37,3% für Männer (Durchschnitt Österreich: 29,1%). Die mindestens empfohlene Rate sollte >25% bei männlichen und >15% bei weiblichen Patienten betragen (Rex et al, AJG 2008).

Weiterführende Literatur finden Sie am Besten im New England Journal of Medicine: LINK

Statistik Austria:

Darmkrebs umfasst bösartige Neubildungen des Dickdarms und des Enddarms und ist mit 13% die dritthäufigste Krebserkrankung der Männer (2.593 Fälle absolut im Diagnosejahr 2011) und mit 11% die zweithäufigste Krebserkrankung der Frauen (1.984 Fälle). Zwei Drittel der Erkrankungen treten im Dickdarm (C18), knapp 30% betreffen den Enddarm (C20), die übrigen verteilen sich auf den Übergang zwischen Dick- und Enddarm (Rektosigmoid, C19) bzw. den Analkanal (C21). Die sehr seltenen Dünndarmtumoren (C17) werden, wie international üblich, nicht dieser Erkrankungsgruppe zugerechnet.

Nach Bereinigung des Altersstruktureffekts erweist sich die Neuerkrankungsrate der Männer um das 1,7-fache, die Sterberate um das 1,8 fache höher als jene der Frauen. Für beide Geschlechter ging die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate in den vergangenen zehn Jahren um rund 20%, die Sterberate sogar um annähernd 30% zurück.

Die höchste altersstandardisierte Neuerkrankungsrate der Diagnosejahre 2009-2011 wiesen die Steiermark und Niederösterreich auf, die niedrigsten Raten Salzburg und das Burgenland. Die Sterblichkeitsraten waren in Wien und Niederösterreich am höchsten, am niedrigsten in Kärnten und Tirol.

41% aller zwischen 2009 und 2011 gestellten Diagnosen wurden erst gestellt, als der Tumor die Organgrenzen bereits durchbrochen hat (regionalisiertes Tumorstadium). Durch Früherkennung (Darmspiegelung) können bösartige Neubildungen des Darms frühzeitig erkannt und sogar vermieden werden.

© STATISTIK AUSTRIA, Letzte Änderung am 23.02.2015

Es ist also seit dem Jahr 2000 erfreulicherweise zu einem stetigen Rückgang der Inzidenzraten, also der Neuerkrankungen an Dickdarmkrebs gekommen. Dies ist sicherlich auf die Früherkennung mit Stuhltest und Koloskopie (Darmspiegelung) zurückzuführen, bei der Vorstadien erkannt und entfernt werden können, bevor daraus Darmkrebs entsteht.

Trotzdem ist Darmkrebs immer noch die dritthäufigste Krebsart.

Im Durchschnitt der Jahre 2009-2011 sind im Bundesland Salzburg pro Jahr immer noch 236 Menschen an Darmkrebs erkrankt und 110 Menschen verstorben (Quelle: Statistik Austria, s.o.) – wobei die Anzahl der Neuerkrankungen bezogen auf 100.000 Einwohner mit 25,2 im Bundesland Salzburg am seltensten in ganz Österreich ist.

Mehr Informationen: weiter

»Ich habe keine Beschwerden, warum sollte ich zur Vorsorgekoloskopie gehen?«

Das Einzigartige an einer Vorsorgekoloskopie ist, dass Sie im Rahmen einer einzigen Untersuchung die Diagnose und gleichzeitig die Therapie von Polypen ermöglicht. Die erste Auswertung von 88.650 Vorsorgekoloskopien in Österreich zeigt, dass:

  1. jede/r dritte beschwerdefreie Österreicher/in ab dem 50ten Lebensjahr Polypen hat
  2. jede/r fünfte beschwerdefreie Österreicher/in ab dem 50ten Lebensjahr Adenome (Vorstufen vom Krebs) hat.

Das bedeutet, dass bei jedem/jeder fünften beschwerdefreien Österreicher und Österreicherin die Vorstufen vom Krebs (Adenome) problemlos mit einem kleinem endoskopischen Eingriff (Polypektomie) im Rahmen einer einzigen Untersuchung am selben Tag entfernt werden können, und somit der Darmkrebs verhindert werden kann.

Trotzdem sind in den Jahren 7/2007 bis 12/2013 nur 3,99% der Zielgruppe (3.257.960 Österreicher über 50 Jahre) zur Koloskopie gegangen obwohl diese kostenlos und schmerzfrei ist und das eigene Leben retten kann!

Dickdarmkrebs ist ein bösartiger Tumor (Neubildung) im Dickdarm oder Enddarm. Die innere Wand der Darmes ist mit Schleimhaut und vielen Drüsen ausgestattet, die vielfältige Funktionen in der Verdauung übernehmen. Wenn diese Drüsenzellen entarten, so kann sich eine bösartige Wucherung (Tumor) entwickeln. Meist entsteht zunächst eine Erhebung der Darmschleimhaut (Polyp), der über einen jahrelangen Prozess zu einem Tumor entarten kann.

Die Polypen werden grob in hyperplastische Polypen (harmlos) und Adenome (neigen zur bösartigen Entartung) (Bild oben) unterteilt. Polypen wachsen in der Regel sehr langsam und verursachen lange kaum Symptome. Die ersten Symptome wie zum Beispiel Blut im Stuhl sind dann meist ein Hinweis auf einen fortgeschrittenen Polyp/Darmkrebs, dessen Heilungschancen entsprechend schlechter sind. Darmkrebs in einem frühen Stadium hat, bei rechtzeitiger Erkennung und Entfernung, eine Heilungschance von 90%. Damit ist gemeint, dass der Patient in den nächsten fünf Jahren mit 90%er Wahrscheinlichkeit keinen Rückfall erleiden wird.

Die Gründe für die Entstehung von Dickdarmkrebs sind nicht vollständig geklärt, jedoch zeigen Studien, dass die Ernährung, Tabak- und Alkoholkonsum, familiäre Vorbelastung und vor allem Übergewichtigkeit mit einem erhöhten Risiko einhergehen, an Darmkrebs zu erkranken.

Ein ganz wichtiger Faktor ist das Vorkommen von Darmpolypen oder Darmkrebs in Ihrer Familie. Vor einem Vorsorge-Termin bei Ihrem Arzt ist daher sehr wichtig etwas „Familienkrankengeschichte“ einzuholen, damit sich Ihr Arzt ein besseres Bild über mögliche Risikofaktoren machen kann.

Die Kosten dieser „Vorsorge-Koloskopie“ werden in meiner Ordination einmal alle 10 Jahre von den österreichischen Krankenversicherungen übernommen. Folgendes Schema gilt in Österreich:

  • Um das 40. Lebensjahr: Gespräch mit dem Arzt zur Feststellung von individuellen Risikosituationen (z.B. besonders Verwandte ersten Grades)
  • 1x jährlich ab 40 – Test auf verstecktes Blut im Stuhl
  • Um das 50. Lebensjahr: Koloskopie (Darmspiegelung), dann alle 7-10 Jahre bzw. nach Befund.

Ausnahme stellen Famillienangehörige von Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs dar. Diese sollten bereits mit 40 Jahren zur Vorsorgekoloskopie gehen, bzw. 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter der Angehörigen.

Diese Empfehlungen richten sich nicht an Patienten mit familliären Darmkrebssyndromen, diese sollten in spezialisierten Zentren abgeklärt und behandelt werden.

Warum eine/ein zertifizierte/r Ärztin bzw. Arzt?

Die Qualität hängt eng mit der erworbenen Erfahrung zusammen. Das Qualitätszertifikat geht daher nur an jene Stellen, die mindestens 100 Koloskopien jährlich durchführen. Ich persönlich habe in 17 Jahren inzwischen Tausende Endoskopien durchgeführt und bin daher nicht nur mit dem „Normalbefund“ vertraut sondern auch in der Lage, außergewöhnliche Situationen zu beherrschen.

Ein inzwischen international anerkanntes Qualitätsmerkmal des Untersuchers ist die sog. Adenomdetektionsrate, also die Anzahl der entdeckten Polypen/Adenome – ein Maß für die Gründlichkeit der Untersuchung also. Die Adenomdetektionsrate unserer Praxis finden Sie jeweils aktuell auf der Startseite sobald vorliegend.

Die zertifizierten Stellen können einen Darmpolyp, wenn er im Rahmen der Koloskopie entdeckt wird, sofort abtragen. Sie müssen sich nicht nochmals einer Koloskopie unterziehen.
Wie bei allen Untersuchungen ist auch bei der Koloskopie die Hygiene ein wesentliches Kriterium. Die zertifizierten Stellen verfügen zur Säuberung und Desinfektion der Koloskopie-Geräte über eine so genannte »Waschmaschine«.
Alle ZertifikatsinhaberInnen sind verpflichtet, eine jährliche Überprüfung der Hygienequalität nach adäquatem Standard vorzunehmen.
Die ZertifikatsinhaberInnen ist verpflichtet, Ihren Zustand während der Untersuchung laufend zu überwachen und für den Bedarfsfall eine Notfallausrüstung bereit zu haben.
Die zertifizierten Ärztinnen und Ärzte ist verpflichtet, Ihnen die standardisierte Patienteninformation gemeinsam mit dem Rezept oder den Arzneimitteln für die Darmvorbereitung spätestens 24 Stunden vor der Koloskopie auszuhändigen. Darüber hinaus werden in einem Aufklärungsgespräch eine genaue Instruktion zur Durchführung der Darmreinigung gegeben und noch eventuell offene Fragen geklärt.
Die Zertifikatsinhaberin bzw. Zertifikatsinhaber ist verpflichtet, den Patientinnen und Patienten eine Prämedikation anzubieten. Sie können aber auch entscheiden, auf eine Prämedikation zu verzichten.
Alle zertifizierten Ärztinnen und Ärzte führen eine vollständige Video-Koloskopie durch.
Der Zertifikatsinhaber ist verpflichtet, die Patientinnen und Patienten während der gesamten Untersuchung bis zur Entlassung aus der ärztlichen Obsorge zu beobachten und zu betreuen.
Zertifizierte Stellen sind zur Datenerfassung und Dokumentation verpflichtet

Die neuen Koloskopie sind sehr biegsam und dünn, zudem ist es bei jeder Koloskopie möglich, dass Sie eine „Spritze zum Schlafen und gegen die ev. auftretenden Schmerzen“ bereits zu Beginn der Untersuchung bekommen und die Koloskopie für Sie somit „sanft“ ist. Durch eine „Sedoanalgesie“ spüren sie die Untersuchung dann nicht mehr.