FAQ – häufig gestellte Fragen

Darm Praxis Salzburg

Die Gastroenterologie (griech. γαστήρ, gastēr, „Magen“; ἒντερον, énteron, „Darm“) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Ein auf Gastroenterologie spezialisierter Arzt wird als Gastroenterologe bezeichnet. Während sich z.B. ein Facharzt für Chirurgie mit den operativen Behandlungen beschäftigt, befasst sich die Gastroenterologie mit der Vorbeugung, Abklärung (Diagnostik) und Behandlung (Therapie) von Störungen bzw. Erkrankungen des Magen-Darmtraktes und der zum Verdauungssystem gehörenden Organe Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse (Pankreas).

Beispiele für wichtige und häufige Erkrankungen aus diesem Spezialgebiet sind: Sodbrennen und Reflux, Unverträglichkeiten, Reizdarm/Reizmagen, Ulkuskrankheit (Magen-Darmgeschwüre), Gallensteine, Leberentzündungen, Fettleber, Leberzirrhose, Darmentzündungen, Divertikel, Hämorrhoiden, Stuhlunregelmäßigkeiten wie Durchfall und Verstopfung und vor allem auch der Darmkrebs – Vorsorge, der zweithäufigsten Krebsart bei Mann und Frau.

Darmkrebs unterscheidet sich von den meisten anderen Krebsarten in einem ganz wesentlichen Punkt: 9 von 10 Tumoren entstehen aus Vorläuferläsionen, die meist schon viele Jahre vorher entstehen. Um Darmkrebs zu verhindern müssen diese gutartigen „Darmpolypen“ gefunden und entfernt werden – beides ist im Rahmen einer Darmspiegelung in meiner Ordination einfach, sicher und schmerzfrei möglich.

Die Kosten dieser „Vorsorge-Koloskopie“ werden in meiner Ordination von den österreichischen Krankenversicherungen übernommen. Folgendes Schema gilt in Österreich:

  • Um das 40. Lebensjahr: Gespräch mit dem Arzt zur Feststellung von individuellen Risikosituationen (z.B. besonders Verwandte ersten Grades)
  • 1x jährlich ab 40 – Test auf verstecktes Blut im Stuhl
  • Um das 50. Lebensjahr: Koloskopie (Darmspiegelung), dann alle 7-10 Jahre bzw. nach Befund.
Der Eisenmangel entsteht einerseits durch die chronische Entzündung und anderseits auch durch einen chronischen Blutverlust. Eisen ist u.a. für die Bildung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) erforderlich sodass bei einem stärkeren Eisenmangel schließlich eine Blutarmut resultiert. Eisen sollte primär in Tablettenform zugeführt werden, in besonders schweren Fällen kann der Arzt auch eine Eisengabe über die Vene empfehlen.

Durch verschiedene Darmerkrankungen besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Osteoporose, dieses wird v.a. durch länger dauernde Kortisonbehandlungen stark verstärkt. Es ist daher wichtig, darauf zu achten und neben Allgemeinmaßnahmen wie ausreichender Bewegung und Kalzium-Zufuhr (Milch, Milchprodukte) ggf. auch eine zusätzliche Einnahme zu beginnen.

Dies ist in besonderem Maße für Betroffene wichtig, die an einer Laktosemalabsorption (Milchzuckerunverträglichkeit) leiden. Darüber hinaus ist oft ein gleichzeitige Vitamin D-Ersatz erforderlich. Während einer Kortisonbehandlung sollte parallel eine Therapie mit Calcium und Vitamin D erfolgen

Zunächst ist es wichtig zu überlegen, ob es sich tatsächlich um einen Schub der chronisch entzündlichen Darmerkrankung handelt. Wenn die ganze Familie an einem Brechdurchfall leidet, ist es wahrscheinlicher, dass es sich um eine Darminfektion handelt. Auch wenn gerade eine Antibiotikabehandlung z.B. wegen einer Angina durchgeführt worden ist kann es zu Durchfällen kommen, die nichts mit der CED zu tun haben. Ziel der ärztlichen Betreuung muss daher auch sein, dass der Patient / die Patientin selbst ein Gefühl dafür bekommt, ob es sich um einen Schub handelt oder um eine infektiöse Duchfallerkrankung.

Ein Schub beginnt meist langsamer und nicht schlagartig, eine infektiöse Durchfallerkankung bessert sich auch oft bereits wieder nach wenigen Tagen. Vor einer eventuellen Kortisonbehandlung ist daher eine Stuhluntersuchung wichtig.

Dies hängt mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Ernährung zusammen. In epidemiologischen Studien der letzten Zeit hat dieses Nord-Süd-Gefälle aber etwas abgenommen was vermutlich mit der Angleichung der Ernährungsgewohnheiten zusammenhängt.

Die modernsten Waffen im therapeutischen Arsenal. Diese können bei bestimmten Patienten eingesetzt werden und sind nicht bei allen Patienten wirksam, wenn wirksam dann aber sehr effektiv. Ein Nachteil sind die sehr hohen Kosten einer solchen Behandlung. Derzeit sind die TNF-alpha-Blocker Remicade® und Humira® sowie der Integrinblocker Entyvio® die einzigen Antikörper, die zur Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zugelassen sind. Simponi® ist ein weiterer, subkutan zu verabreichender Antikörper, der seit Sommer 2014 in der EU zur Behandlung bestimmter Formen der Colitis ulcerosa zugelassen ist.

Ein weiterer Antikörper mit neuartigem Angriffspunkt steht vor der Zulassung zur Behandlung der Colitis ulcerosa. Die Medikamente unterscheiden sich vor allem in der Art und der Häufigkeit ihrer Verabreichung. Ihr Einsatz darf nur von entsprechend erfahrenen Fachärzten empfohlen werden, vor Therapiebeginn sind eine Reihe von Voruntersuchungen verpflichtend, um den optimalen Behandlungserfolg zu erzielen und das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.

Remicade-Infusionen werden von einer speziell geschulten Diplomkrankenschwester in unserer Ordination verabreicht. Viele Patienten schätzen das Service und die kurzen Abläufe sowie die Kontinuität in der Behandlung, außerdem bietet die Behandlungsdauer die Möglichkeit, sich mit Betroffenen oder dem Doc auszutauschen bzw. Fragen zu klären. Bitte sprechen Sie mit uns über weitere Details.

In einer Analyse von November 2006, in der 22 Studien zum Thema Rauchen und chronisch entzündliche Darmerkrankungen zusammengefasst worden sind sowie in zahllosen weiteren Studien der letzten Jahre hat sich bestätigt, dass Rauchen einen ganz wichtigen Risikofaktor für Morbus Crohn darstellt während aktive Raucher ein geringeres Risiko hatten, eine Colitis ulcerosa zu entwickeln.

Dies bedeutet allerdings nicht dass Colitis Patienten nicht trotzdem das Rauchen aufgeben sollten da die bekannten negativen Auswirkungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall diesen positiven Effekt des Nikotins auf die Colitis ulcerosa bei weitem überwiegen. Vor allem nach Operationen kommt es bei Rauchern wesentlich früher zu einem Wiederauftreten der Crohn-Erkrankung und auch Biologika wirken bei Rauchern schlechter als bei Nichtrauchern. Die Raucherentwöhnung stellt daher einen ganz wesentlicher Bestandteil jeder Crohn-Therapie dar und sollte unbedingt angestrebt werden. Zahlreiche Hilfe zum Nikotinverzicht stehen zur Verfügung.

In einer Querschnittstudie aus 2012 fanden sich erhöhte Werte für Angst und Depression bei Patienten mit Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und eine positive Assoziation mit der Krankheitsaktivität, d.h. es kommt zu einer wechselseitigen Beeinflussung zwischen körperlicher (=somatischer) und seelischer (=psychischer) Ebene – Psychosomatik.

Die neue Diagnose erzeugt Angst und Verunsicherung, bis zu 30% der Betroffenen reagieren mit einer Depression. Häufige Schmerzen, Durchfall, Angst vor unwillkürlichem Stuhlverlust und das ständigen Suchen nach einer Toilette führen häufig zu Rückzug und sozialer Isolation. Angst vor einer eventuell notwendigen Operation, vor dem Verlust des Arbeitsplatzes durch häufigen Krankenstand sind weitere Aspekte, Eingriffe im Intimbereich, Verlust der körperlichen Attraktivität im Intimbereich, Einschränkungen im Sexualbereich sowie Aktivierung von Krebsängsten können zusätzliche Belastungen für die Betroffenen darstellen.

Umgekehrt führen insbesondere chronische Belastungen zu häufigeren Schüben und zu einem schlechteren Verlauf der Erkrankung. Bis zu 40% der Betroffene n haben zusätzlich Symptome eines reizdarmsyndroms. Eine integrierte psychosomatische Diagnostik und Begleitung ist daher im Gesamtkonzept der Therapie von CED unabdingbar.

Es stimmt nicht, dass „gerade“ Jugendliche betroffen sind, der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen 20. und 30. Lebensjahr. Richtig ist aber, dass die Neudiagnosen immer früher auftreten und daher immer öfter im Kinder- und Jugendalter. Hier ist eine lebensphasengerechte Betreuung und das Eingehen auf spezifische Probleme – z.B. Stichwort Wachstum oder Pubertät – besonders wichtig. Diesem Umstand wird hier in Salzburg durch das Hereinholen von Kinder- und Jugendmedizinern in das interdiszipliäre Team Rechnung getragen.
Eltern sollen etwaige Symptome mit dem Kind besprechen und dann seriös und fundiert abklären lassen, da besonders im Wachstumsalter keine unnötige zeit verloren werden darf, bevor eine wirksameBehandlung eingeleitet wird. Eltern sollten die Sorgen und Ängste Ihrer Kindern ernst nehmen und sich als stabiler Begleiter ihres Kindes erweisen – also Wünsche, die man als Kind ganz allgemein an Eltern richtet.
Die Zeitspanne vom ersten Symptom bis zur richtigen Diagnose und damit Beginn einer Therapie liegt in Österreich nicht selten immer noch im Bereich von Jahren. Jahre, in denen sich Betroffene von einem Arzt oder Therapeuten zum nächsten quälen, sich mit Symptomen und schlechter Lebensqualität herumschlagen , Jahre, in denen Schaden am Darm passiert. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, diese Erkrankungen mit großteils tabuisierten Symptomen immer wieder anzusprechen und die Sensibilität dafür zu schärfen.
Erste Anlaufstelle sollte der Hausarzt sein, der Betroffene dann ggf. weiter an einen spezialisierten Facharzt oder eine Spitalsambulanz verweisen wird. Bestimmte diagnostische Schritte oder Therapien sollten Ärzten mit vertiefter Erfahrung in der Behandlung von CED vorbehalten bleiben. Allgemeine Informationen können auch bei Selbsthilfegruppen eingeholt werden, wo auf Wunsch auch ein Austausch mit Betroffen möglich ist.

Wird die Diagnose CED gestellt, bedeutet dies zugleich, dass der/die Betroffene mit einer formal unheilbaren Erkrankung konfrontiert ist. Um das Leben mit einer chronischen Erkrankung möglichst gut meistern zu können, braucht es eine gute und tragfähige Arzt-Patienten-Beziehung und man sollte sich nicht scheuen, danach zu suchen bis man sich gut aufgehoben fühlt. Es ist wichtig, sich nicht (nur) aus dem – völlig unkontrollierten – Internet zu informieren, sondern auch von ExpertInnen des Vertrauens.

Es gibt heute zum Glück sehr gute Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene, die häufig auch längere Zeit durchgeführt werden müssen. Basis für ein Gelingen ist neben der individuell möglichen und fundierten Informatierheit der Betroffenen eben auch eine tragfähige Arzt-Patienten-Beziehung mit Zugang zu einem multiprofessionellen Team aus Gastroenterologen, Chirurg, Kinder- und Jugendmediziner, Psychosomatik, Diätologin und klinischer Pharmazie wie es in Salzburg seit vielen Jahren praktiziert wird.